Glitzer, Musik und neue Perspektiven – ein Showgirl-Abend bei Toastmasters Wiesbaden

Gruppenfoto beim 251. Clubabend

Von Lukas Matzon

Was haben Taylor Swift, ein Steinwurf aus Kindertagen und die Frage nach einem hartnäckigen Ohrwurm gemeinsam? Beim 251. Treffen des Rhetorik-Clubs Wiesbaden am 7. Oktober 2026 fanden sie alle ihren Platz. Unter dem Motto „The Life of a Showgirl“ wurde das Hilde-Müller-Haus zur Bühne für Geschichten, spontane Einfälle und überraschende Erkenntnisse. Besonders schön: Neun Gäste waren gekommen, um uns kennenzulernen.

Ein Abend mit Glitzer

Nach der Begrüßung durch Clubpräsident Jamal führte Saskia als Toastmasterin durch das Programm. Ihr glitzerndes Outfit passte ebenso zum von Taylor Swift inspirierten Motto wie ihre lebendige Moderation. Auch ich durfte gleich zu Beginn ans Mikrofon: Als Verantwortlicher für das Wort des Abends stellte ich „mitreißend“ vor – ein Wort, das den weiteren Verlauf ziemlich gut beschreiben sollte. Ralf steuerte den Witz des Abends bei, bevor wir uns den vorbereiteten Reden widmeten.

Zwei Fragen, viele neue Gedanken

Carmen stellte zwei Fragen in den Mittelpunkt, die im Alltag erstaunlich hilfreich sein können: „Was macht das emotional mit mir?“ und „Was will mich das erkennen lassen?“

Ihr Gedanke dahinter: Wenn uns etwas emotional trifft, können diese Fragen helfen, nicht nur bei der ersten Reaktion stehenzubleiben, sondern die eigenen Gefühle besser zu verstehen. Einfach zu merken – und vielleicht gerade deshalb eine gute Anregung, sie beim nächsten schwierigen Moment auszuprobieren.

Wie sehr sich der Blick auf Erlebnisse verändern kann, zeigte anschließend Jahnzeb. Seine Geschichte führte uns nach Pakistan, wo er als Kind mit seinem Bruder und seinem Cousin Steine um die Wette warf. Dann traf ein Stein seinen Cousin am Kopf. Jahnzeb schilderte, wie in ihm daraufhin eine regelrechte „Krisensitzung“ begann: Was sollte er jetzt tun? Wie sollte er reagieren?

Lange hatte er die Begebenheit als witzige Kindheitserinnerung betrachtet. Heute begleiten sie auch Trauer, Mitgefühl und mehr Empathie. Jahnzeb lud uns ein, alte Geschichten noch einmal hervorzuholen und ihnen aus heutiger Sicht eine neue Bedeutung zu geben. Damit knüpfte seine Rede auf unerwartete Weise an Carmens Fragen an.

Stegreifreden mit Soundtrack

Für den nächsten Programmpunkt hatte Oliver eine musikalische Idee. Ebenfalls glitzernd gekleidet und mit Hut moderierte er die Stegreifreden – kurze Ansprachen zu einer Frage, die man vorher nicht kennt. Seine Fragen orientierten sich an Liedtiteln; während die Teilnehmenden ihre Gedanken sammelten, spielte er den passenden Song an. So wurde aus der kleinen Mutprobe eine Show im Miniaturformat.

Lena, Ingo und zwei Gäste stellten sich der Herausforderung. Es ging unter anderem um Ohrwürmer und persönliche Erinnerungen. Ob lustig oder nachdenklich: Gerade die unvorhersehbaren Antworten machten diesen Teil des Abends besonders unterhaltsam.

Aufmerksam zuhören lohnt sich

In der Pause blieb Zeit für Gespräche, bevor der Abend mit den Bewertungen weiterging. Sabine, Jamal und Daniel gaben den vorbereiteten Rednerinnen und Rednern konstruktives Feedback; Susanna widmete sich den Stegreifreden. Denn bei Toastmasters zählt nicht nur, den Mut zum Sprechen aufzubringen, sondern auch, durch wertschätzende Rückmeldungen dazuzulernen.

David berichtete als Äh-Zähler von Füllwörtern und sprachlichen Stolperern. Lars hatte als Zeitnehmer aufmerksam auf die Redezeiten geachtet und stellte seine Beobachtungen vor. Rolf prüfte beim Quiz des Abends, wer gut zugehört hatte – als Belohnung winkten Schokolade oder Weingummi. Anja rundete das Programm mit ihrer Gesamtbewertung ab.

Was bleibt?

Für mich zeigte dieser Abend, dass Reden ganz Unterschiedliches bewirken können: Sie bringen uns zum Lachen, lassen Erinnerungen in neuem Licht erscheinen oder geben uns eine Frage mit auf den Weg. Und manchmal braucht es dafür nur eine Bühne, eine offene Runde – und ein bisschen Glitzer.

Vielen Dank an alle, die mitgewirkt haben, und an unsere neun Gäste!

Einblicke in unseren 251. Clubabend