Erster Redemarathon mit Herz, Humor und Hingabe im Rhetorik Club Wiesbaden – Ein Beitrag von Sabine Stiebler
Ein Speakathon ist wie ein Marathon der Worte: Viele Rednerinnen und Redner treten nacheinander auf und halten kurze, prägnante Reden. Jeder Beitrag ist ein Sprint – doch die Veranstaltung insgesamt ist ein Langstreckenlauf voller Energie, Emotionen und Perspektivenvielfalt. Statt Wettbewerb geht es auch an diesem Clubabend vor allem um Wachstum, Lernen und Gemeinschaft.

Und unser Toastmaster Oliver voller Läuferenergie führte uns mit Humor und Outfit-Wechseln von Alltagskleidung zu Sportoutfit durch den Abend, versorgte hingebungsvoll die Redner mit Wasser und Müsliriegeln und machet uns allen klar: Dieser Speakathon nimmt zwar Redekunst ernst, aber sich selbst nicht zu ernst. Auf der Agenda standen viele vorbereitete Reden, darunter eine Premiere aus einem Lernpfad in Level 3 mit einem Interviewformat, das zeigt, wie lebendig Rhetorik im Dialog wird. Das Wort des Abends „Hingabe“ von Marko auf die Strecke geworfen, zieht sich durch alle Beiträge: Von Jasons Beziehung zu seiner Waschmaschine, über Sarahs Frage, warum wir überhaupt laufen, bis hin zu Saskias Eisbrecherrede, die vom „scheuen Reh im Scheinwerferlicht“ ins selbstbewusste Bühnenlicht tritt.
Janna widmete sich der mahnenden inneren Stimme, die uns vor vielem bewahren, aber auch in einem Gefängnis aus Selbstzweifeln halten kann – und stellte die Entscheidung in den Raum, ob sie unser Kompass oder unser Käfig sein soll. Ihr Appell: „Sei mutig – trau Dich“. Jamals englische Rede „Broken Gameboy“, vorbereitet für den anstehenden Redewettbewerb in Frankfurt am Main, zeigte, wie vielfältig Clubabende sein können.
Die Stegreifreden, wie immer humorvoll philosophisch, dienten diesmal auch den Bewertern der Speakathon-Teilnehmer als Zeitfenster, um die Bewertungen zu formulieren und wie soll es anders sein: Alle Bewertungen sind wohlwollend und respektvoll unterstützend: Wer sich an diesem besonderen Abend auf die Bühne traute, hatte bereits bewiesen, dass ein Marathon nicht nur des Laufens wegen gelaufen wird oder um vielleicht gut auszusehen, sondern um ein Ziel zu erreichen! Wie unser erster Speakathon: Lasst los, lauft los, redet los! Für die kürzeste Erholungspause sorgte der Witz des Abends „Treffen sich zwei Psychologen…“– in nur 13 Sekunden! Timer und Äh-Zähler hatten an diesem Abend Hochbetrieb: Viele Füllwörter wurden gezählt und Zeiten exakt gemessen. Daniel schloss diesen besonderen Abend und wir alle trafen uns noch auf einen lockeren Austausch über die vielen emotionalen Momente.

