Rhetorik-Club Wiesbaden | Treffen Nr. 232 | 21. Januar 2026 | Autor: Marc-Alexander Ernst (Malex)
„Musik ist die gemeinsame Sprache der Menschheit.“
Mit diesem Motto stand der Clubabend des Rhetorik-Clubs Wiesbaden ganz im Zeichen von Emotion, Verbindung und persönlichem Wachstum.
Ein sicherer Raum für große Schritte
Clubpräsident Daniel eröffnete den Abend mit einer herzlichen Begrüßung – insbesondere der zahlreichen neuen Gäste. Er erinnerte daran, wofür Toastmasters steht:
Eine sichere Bühne, auf der man angstfrei sprechen, experimentieren und wachsen darf.
Ob Lampenfieber, berufliche Präsentationen oder der Wunsch nach mehr Ausdrucksstärke – regelmäßige Teilnahme hilft, Schritt für Schritt über sich hinauszuwachsen. Immer konstruktiv. Immer wertschätzend.

Wenn Musik sagt, was Worte nicht können
Toastmaster des Abends Ingo griff das Motto auf besondere Weise auf:
Zur Begrüßung erklang Tschaikowskys Klavierkonzert Nr. 1 – ein Werk, das heute weltberühmt ist, aber anfangs nicht als solches wahrgenommen wurde. Die Parallele war schnell klar:
Nicht jede Botschaft wird sofort verstanden oder geschätzt. Doch jede Rede bringt uns weiter, wenn wir den Mut haben, sie auszusprechen.

Während Worte Bedeutung tragen, transportiert Musik Gefühle – und verbindet Menschen über Sprache hinaus. Ein Gedanke, der den ganzen Abend begleiten sollte.
Wort & Witz des Abends
Das Wort des Tages wurde präsentiert von Janna und drehte sich passend um das musikalische Phänomen des Ohrwurms – und wie man ihn wieder loswird (Singen hilft, Kaugummi kauen auch).
Für Lacher sorgte der Witz des Abends von Susanna auf Denglisch die Frage: “Are you Wanderers?”
Drei Reden – drei völlig unterschiedliche Klangfarben
Oliver eröffnete mit seiner Rede „Mein erstes Mal“ eine sehr persönliche Reise:
Von der Einladung zu einer Keynote über Prokrastination, Zweifel und körperliche Stressreaktionen – bis hin zum bewussten Entschluss, trotzdem auf die Bühne zu gehen.
Seine Botschaft: Ich bin gekommen, um zu wachsen. Eine Rede voller Ehrlichkeit, Selbstironie und Mut.

Sabine brachte mit „Ordnung ist das halbe Leben“ Struktur in bekannte Redewendungen.
Was hat „Hempels unterm Sofa“ mit einem Zirkus zu tun? Woher kommen unsere bildhaften Sprichwörter?
Mit ruhiger Präsenz und klarer Sprache zeigte sie, wie Sprache Ordnung schaffen – oder Chaos entkräften kann.

Mit Jason wurde es episch: In schwarzem Kimono entführte er das Publikum in eine mythische Welt rund um den Affenkönig Wu Kong.
Energie, Macht, Hybris und Fall – eine klassische Heldenreise, die im nächsten Teil fortgesetzt wird.

Stegreifreden: Musik durch Raum und Zeit
Moderator Moritz schickte das Publikum auf eine Reise durch die Musikgeschichte:
Vivaldis Jahreszeiten, Carlos Santana auf Tour (oder doch auf den Malediven?), KI-geschriebene Popsongs, Blockflöten-Kindheitserinnerungen und legendäre Konzerte von Robbie Williams. Die Stegreifreden zeigten einmal mehr: Spontanität, Humor und Kreativität entstehen genau dort, wo man sich traut.
Feedback als Geschenk
Nach der Pause leitete ein gemeinsames Kinderlied charmant in den zweiten Teil des Abends über: Die Bewertungen. Die Rückmeldungen wurden als das verstanden, was sie sind: Geschenke, die beim Auspacken helfen, besser zu werden. Zeit, Füllwörter und sprachliche Feinheiten wurden aufmerksam ausgewertet – stets respektvoll, mit Augenzwinkern und in der Sandwich-Taktik.
Ein runder Ausklang
Mit der Gesamtbewertung von Daniel fand der Abend einen stimmigen Abschluss.
Zurück blieb das Gefühl, Teil einer Gemeinschaft zu sein, in der jede Stimme zählt – egal, ob leise oder laut, geübt oder neu.
Ein Abend, der gezeigt hat:
Manchmal sagt Musik das, wofür Worte noch Mut brauchen.


