Autor: Saskia Uebach
Unter dem inspirierenden Motto „Sekundenglück: Wann strahlst du?“ startete unser jüngster Toastmaster-Abend mit zahlreichen Mitgliedern und drei gespannten Gästen. Oliver, unser Toastmaster des Abends, hatte dieses Thema eigens kreiert und damit sofort eine nachdenkliche Atmosphäre geschaffen.

💡 Das Motto, das uns zum Leuchten brachte
Die Inspiration für das Motto stammte aus zwei musikalischen Quellen:
- Der SWR1-Hit „Wann strahlst du?“: Durch die Kombination beider Titel verwandelte Oliver das Thema in eine persönliche Frage an das Publikum.
- Herbert Grönemeyers „Sekundenglück“: Dieser Song fängt das Gefühl ein, tiefes Glück in den kleinen, alltäglichen Momenten zu finden.
Mit dieser tiefgründigen Frage – „Was ist für euch Sekundenglück? Wann strahlst du?“ – regte Oliver eine spannende Runde an, in der von der Freude über die eigene Ehefrau über das Glück der eigenen Haustiere bis hin zur Empathie beim Berufserfolg eines Klienten persönliche Glanzlichter geteilt wurden.
🗣️ „Dufte“: Das Wort des Abends
Shirin, eines unserer neusten Mitglieder, stellte das Wort des Abends vor. Die Herausforderung: Es spontan und möglichst oft in die eigenen Redebeiträge einzubauen. Mit einem herzlichen Kompliment an den Verein präsentierte sie das Wort „dufte“ – eine Beschreibung, die sich im Verlauf des Abends mehrfach in den Reden wiederfand.
🎤 Von Kafkas Parabel bis in den Mariannengraben: Die vorbereiteten Reden
Der Hauptteil des Abends bestand aus drei vorbereiteten Reden, die das Publikum fesselten und zum Nachdenken anregten:
- Fabian und „Vor dem Gesetz“: Fabian, obwohl erst seit einem halben Jahr dabei, glänzte bereits mit seiner dritten Rede. Er beleuchtete Kafkas Parabel „Vor dem Gesetz“ aus Der Prozess. Mit beeindruckender Gestik, Mimik und stimmlicher Vielfalt vermittelte er diese schwere Kost eindrucksvoll. Kafkas Texte gelten als schwierig, da sie oft von absurden, beklemmenden Situationen und einer undurchschaubaren Bürokratie geprägt sind, die beim Leser ein Gefühl der Ohnmacht und Verwirrung auslösen. Sein Fazit regte zur Selbstreflexion an: Welche Wünsche schlummern in uns, und welche Zweifel halten uns zurück?

- Moritz‘ „Eisbrecherrede“: Ebenso eloquent forderte uns Moritz in seiner ersten Rede – der sogenannten Eisbrecherrede (die traditionell die erste Rede eines neuen Mitglieds zur Vorstellung der eigenen Person ist) – heraus. Er beschäftigte sich mit der Frage: Warum ist uns die Meinung anderer so wichtig? Dabei definierte er den Begriff „sendungsbewusst“. Er interpretierte den Begriff als sich seiner selbst bewusst zu sein, als ein inneres Wissen darüber, wer man ist und was man kann.

- Anna und der Druck der Tiefe: Zum Abschluss nahm Anna uns mit auf eine faszinierende Reise zum Mariannengraben. Bildhaft beschrieb sie ihr Abtauchen in diese unbekannte Welt über ihr iPad und die zentrale Erkenntnis: Druck. Je tiefer man vordringt, desto größer der Druck. Sie schlug den Bogen zum Leben: Wir alle sind ständig Druck ausgesetzt, doch jeder von uns kann selbst entscheiden, ob wir ihn loslassen oder nicht.
🖼️ Kultureller Exkurs: Spontane Kunstbetrachtung
Vor der Pause wurde es kulturell: Der Stegreifreden-Teil (spontane Rede zu einem unbekannten Thema) forderte fünf Teilnehmende zu einer kreativen Höchstleistung auf.
Das Thema: „Meisterwerke und ihre Schöpfer“. Die Rednerinnen und Redner schlüpften in die Rollen berühmter Künstlerpersönlichkeiten wie Frida Kahlo, Salvador Dalí, Caspar David Friedrich, Mark Rothko und Helen Frankenthaler.
Die Aufgabenstellung war dabei besonders vielfältig und lud zur Interpretation ein:
- Wie fühlten sich die Künstler beim Malen?
- Was dachten sie sich beim Titel des Werkes?
- Was hätten sie gesagt, wenn sie gewusst hätten, dass ihr Bild einmal zu den teuersten der Welt gehören würde?
Alle fünf Redner meisterten diese Herausforderung hervorragend und präsentierten uns spannende, unterschiedliche Perspektiven und tiefgehende Einblicke in die Gefühlswelt dieser Ikonen.
⏳ Wichtiges Club-Business und konstruktives Feedback
Präsident Daniel erinnerte in den Club-News an die Wichtigkeit des Zeitgefühls. Das Einhalten der Zeiten ist nicht nur bei Wettbewerben, sondern auch im Cluballtag und im beruflichen Kontext entscheidend, um den Abend für alle angenehm und respektvoll zu gestalten.

Im Bewertungsteil erhielten alle Redebeiträge ein konstruktives Feedback. Besonders Janna gab wertvolle Tipps zur Struktur einer Stegreifrede, darunter der Kontakt zum Publikum, die klassische Gliederung (Einleitung – Hauptteil – Schluss) und das klare Bewusstsein für das Redeziel.

🎁 Ein leuchtendes Andenken an die strahlenden Momente
Zum fulminanten Abschluss überraschte Oliver alle Anwesenden mit einem ganz persönlichen Sekundenglück: Er schenkte jedem ein kleines, rundes Licht. Ein passendes Andenken, das uns auch im Alltag an unsere ganz persönlichen, strahlenden Momente erinnern soll.

